Kleingärtnerische Nutzung - Was ist das?
Am Donnerstag, den 27.01.2011, 19:00 Uhr, wurde Herr Dr. Norbert Franke (ganz rechts) als Referent im Rahmen einer Winterfachberatung in das Verbandshaus des Bezirksverbandes der Kleingärtner Reinickendorf e.V. (BdK) geladen.
Unter den knapp 40 Besuchern waren nicht nur zahlreiche Gartenfachberater, sondern auch
einige Kolonievorsitzende sowie der BdK-Vorsitzende Herr Mowinski und die Schatzmeisterin Frau Hanse anwesend.
In einem erfrischenden Vortrag brachte der Vizepräsident des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e.V. das Thema „Kleingärtnerische Nutzung - Was ist das?“ sehr anschaulich rüber.
Da Dr. Norbert Franke Mitglied des Workshops „Kleingärtnerische Nutzung“ war, konnte er von einigen Anekdoten, die bis zur Findung der endgültigen Definition auftraten, berichten.
Im Anschluss des 90 minütigen Vortrages mussten alle Teilnehmer eine Prüfung ablegen. Unter 7 Gartenplänen sollte der Garten, der der kleingärtnerischen Nutzung entspricht, herausgefunden werden.
Alles in allem war es eine sehr gelungene, lehrreiche Fachberatung, von dem Referenten derart vorgetragen, dass zum Ende des Vortrages keine Frage mehr offen war.
Nun liegt es an uns Kleingärtner, Fachberater und Kolonievorsitzende, diese Kriterien der kleingärtnerischen Nutzung in Reinickendorf auch umzusetzen, um den Erhalt der Kolonien zu sichern.
Reiner Kolotzei
Bezirksgartenfachberater
Kleingärtnerische Nutzung (Auszug aus der Internetseite des Landesverbandes)
Im Rahmen der kleingärtnerischen Nutzung ist die angepachtete Gartenfläche sowohl für den Obst- und Gemüseanbau als auch für die sonstige gärtnerische Nutzung in all ihrer Vielfalt und zur Erholung zu nutzen.
Kriterien der nicht erwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung im Sinne von § 1 des Unterpachtvertrages sind insbesondere Beetflächen, Obstbäume/Beerensträucher sowie Flächen, die ausschließlich der Unterstützung dieser Bereiche dienen. Dabei muss der Obst- und Gemüseanbau als Abgrenzung zu anderen Gartenformen dem Kleingarten das Gepräge geben und mindestens ein Drittel der Gartenfläche betragen.
In diesem Sinne gehören zu den
1. Beetflächen: ein und mehrjährige Gemüsepflanzen und Feldfrüchte, Kräuter und Erdbeeren, Sonnenblumen
2. Obstbäumen/Beerensträuchern: Obstbäume, Beerensträucher, Rankgewächse sowie Nutzpflanzen für die Tierwelt (wobei als Flächenbedarf für Obstbäume bis Halbstamm 10 m², bis Viertelstamm/Spindel 5 m² und je Beerenstrauch/Stamm 2 m² anzusetzen sind)
3. kleingärtnerischen Sonderflächen: Gewächshäuser, Frühbeete, Kompostanlagen
Beetflächen, die mindestens 10 % der Gartenflächen einnehmen müssen, sind flächenmäßig überwiegend als Gemüsebeete zu gestalten. Sie können teilweise oder ganz in Form von Hochbeeten angelegt sein und dies insbesondere in Abhängigkeit von der Bodenqualität (Schadstoffbelastung).
(Beschlossen auf dem Landesverbandstag am 11.06.2005)
Kleingärtnerische Nutzung nach dem Bundeskleingartengesetz
Beispiel für einen Kleingarten mit einer Fläche von etwa 300 m²
Versiegelung
max. 6 % (ca. 18 m²) |
|
Gartenfläche
300 m² |
|
Laube
max. 24 m² |
| |
|
|
|
|
Hauptfläche
mehr als 50 %
(130 m²) der Fläche |
|
Rest-Gartenfläche
ca. 260 m² |
|
Nebenfläche
weniger als 50 %
(130 m²) der Fläche |
|
|
|
|
|
Kleingärtnerische Nutzung
|
|
Eigene
Nutzungsmöglichkeit
|
|
|
|
|
|
Beetfläche
ca. 30 m² |
Bäume/Sträucher
ca. 70 m²
|
Rest
ca. 30 m² |
|
weniger als 130 m² |
|
|
|
|
|
einjährige
Pflanzen/Feldfrüchte |
Obstbäume |
Gewächshaus |
|
Biotope |
Sommerblumen/
Schnittblumen |
Beerensträucher |
Frühbeet |
|
Ziersträucher |
Kräuter |
Rankgewächse,
Brombeeren, Kiwi |
Kompostanlagen |
|
Rasen |
Erdbeeren
(als mehrj. Pflanzen) |
Nutzpflanzen
für die Tierwelt |
|
|
Spielbereich |
|
|
|
|
Sitzecken |
flächenmäßig
überwiegend
Gemüsebeete |
|
|
|
kann noch mit ähnlichen Einrichtungen ergänzt werden |
Baumschnitt in Theorie und Praxis
Im Rahmen der Winterfachberatung fand am 08.11.2009 im Dauerkleingarten-Verein Freizeit e.V. eine Baumschnittvorführung statt.
Nachdem Sven Wachtmann, stellvertretender Landesgartenfachberater, in der Einführung seine Arbeitsgeräte vorstellte, erläuterte er an verschiedenen Kern- und Steinobstbäumen den fachgerechten Obstbaumschnitt. Während einer kurzen Aufwärmphase mit Kaffee, Tee und Schnittchen wurden noch diverse Fragen zur Schädlingsbekämpfung beantwortet.
Die Kolonievorsitzende bedauerte das geringe Interesse der eigenen Koloniemitglieder. Hat man doch in verschiedenen Gärten sehen können, dass einige Bäume kaum oder aber völlig falsch beschnitten wurden.
Reiner Kolotzei
Bezirksgartenfachberater
 |
 |
| |
Fotos: R. Kolotzei |
|